Bei den Berg- und Trail-Weltmeisterschaften der Masters im tschechischen Janské Láznĕ gab es für die 100 deutschen Mastersstarter eine regelrechte Medaillenflut
Die deutschen Masters sind nicht nur aufgrund der großen Beteiligung für jeden Veranstalter von Europa- und Weltmeisterschaften aus touristischer Sicht sehr willkommene Gäste, sondern machen es auch den DJs vor Ort einfach, wenn man zum xten Mal bei der Siegerehrung die deutsche Hymne anspielen kann. Schließlich ist die Zahl der Goldmedaillen im Einzel, aber vor allem in den Mannschaftswettbewerben beträchtlich. Wie nun gerade bei den „WMMRC World Masters Mountain Running Championships“ im tschechischen Janské Láznĕ.
Zum Auftakt der dreitägigen Veranstaltung im Riesengebirge führte das Uphill race“ über 7,79 km und 851 Höhenmetern – und dies bei über 30° mit den Starts ab 13.00 Uhr. An der Bergstation desČerná hora durften gleich drei deutsche StarterInnen jubeln. Standesgemäß einmal mehr Winfried Huber, der nach 53:06 Minuten die W65 für sich entscheiden konnte und mit dem Sieg auch das Team-Gold im Verbund mit Helmut Strobl und Wolfgang Leonhard ebnete.
Zwei W40erinnen dominierten das Frauenrennen: Tagesschnellste dabei Nadine Hübel aus dem nordhessischen Dipperz in 50:22 Minuten, dichtauf dabei die Südtirolerin Andrea Schweigkofler mit lediglich acht Sekunden Rückstand. Auh hier ging mit Stephanie Mosler und Daniela Köcher der Mannschaftstitel an Deutschland. Mit 53:32 Minuten sicherte sich Ann-Kathrin Deubner als Gesamtachte aber auch den Titel der W35-Kategorie wie übrigens auch das Team mit zudem Christina Fünfstück und Sarah Schmitt.
Überhaupt zeigten sich die deutschen Bergläufer auf der Uphill-Strecke erfolgshungrig: Die W50 (Tanja Saretzki, Pamela Veith und Marion Raab), W55 (Christine Sigg-Sohn, Alexandra Gundel und Ute Rohregger), W60 (Sabine Kraus, Gertrud Ott und Angelika Rauh) und die W65 (Elisabeth Henn, Gertrud Härer und Brigitte Hoffmann) wurden eine Beute für DLV-Teams, die Männer konnten mit Siegen der M35 (Thomas Kühlmann, Daniel Claus, Lennart Nies)´, M50 (Carsten Hülss, Marko Martin, Eckhard Staiger), der M55 (Markus Mey, Thomas Langer, Heiko Schneider) und der M70 (Ludwig Lang, Siegfried Haas, Ludwig Bichler) prächtig gegenhalten.
Am zweiten Tag der World Masters wurden die Trail-Wettbewerbe mit Start und Ziel in Janské Láznĕ über 22 km und 1332 Höhenmeter ausgetragen. Markante Anstiege wie wiederum auf der Skipiste oder einer Steinstufenpassage prägten das Geschehen. Offenbar ganz nach dem Geschmack der jüngeren Mastersläufer, die als M35-Starter die ersten fünf Ränge belegen konnten. Hinter Milosz Szczesmiewski (Polen) belegten im dichten Einlauf hinter Tadej Sedinsek (Tschechien) und dem Algerier Karim Chouchou mit Daniel Claus und Thomas Kühlmann auch zwei deutsche Vertreter Topplätze. Zusammen mit Lennart Nies gab es auch hier Mannschaftsgold für den DLV. Jubeln durften aber auch drei weitere deutsche Teams wie die M40 mit Vize-Weltmeister Jörn Harland, Thomas Ungethüm und Kay-Uwe Müller, die M50 (Marko Martin, Carsten Hülss, Christian Helmert), die M55 (Jürgen Löschner, Josef Streicher, Rene Lessmueller) sowie M65 mit dem wiederum siegreichen Winfried Huber und zudem Hans Bouricha-Hörmann und Detlef Beutling.
Wie schon beim Uphill-Rennen gewann die in der W35 gestartete Ann-Kathrin Deubner vom SV Sömmerda ein zweites Einzelgold. Im Overall-Ranking wurde sie nach 2:01:08 Stunden Dritte hinter Olga Krcálová (Tschechien/ W45) und Andrea Schweigkofler (Italien/ W40). In identischer Besetzung wie schon zuvor beim Uphill-Rennen ging das Teamgold an die deutschen W35-Läuferinnen. Einzelgold holte in der W65 auch Gertrud Härer, die just an diesem Tag auf eine fünfzigjährige Laufkarriere zurückblicken kann. Nadine Hübel hatte das Rennen vorzeitig aufgegeben, letztlich ein weiser Entschluss für das Rennen am Finaltag. Mannschaftsgold holten zudem die Frauen der W50 (Marion Raab, Simone Raatz, Pamela Veith) und die W65.
Das dritte Einzelgold blieb Winfried Huber beim Up & down-Rennen über 8,9 km/ HD 594 m am Schlusstag allerdings verwehrt, denn der Rosenheimer wurde hier „nur“ Dritter. Neben dem Sieg für Otto Hörmann (M70) gab es drei zweite Plätze für Marcel Krieghoff (M40), Thomas Langer (M5) und Thomas Blum (M60) – und damit beste Voraussetzungen für weiteres Mannschaftsgold
Und dieses gab es noch einmal in fünf Wertungen. Bei den Männern in der M35 (Daniel Claus, Thomas Kühlmann, Clemens Förster), M40 (Marcel Krieghoff, Markus Bergler, Daniel Greiner), M55 (Thomas Langer, Markus Mey, Josef Streicher), M70 (Otto Hölrmann, Michael Wolter, Jürgen Sigler) sowie W50 (Tanja Saretzki, Marion Raab, Pamela Veith) und der bei punktgleich mit Tschechien verpassten Goldmedaille der W35.
Bleibt hier noch der Blick auf die Entscheidungen bei den Frauen. Nadine Hübel gewann erneut das spannende Duell mit Andrea Schweigkofler, diesmal mit ihrer Siegerzeit von 45:34 Minuten und fast zwei Minuten Vorsprung vor der Südtirolerin. Die erfolgreichste Athletin im deutschen Team wurde allerdings Ann-Katrin Deubner mit drei Einzel-Goldmedaillen und zwei Team-Goldmedaillen. Am dritten Tag der WM ließ sie sich als Tagessiebte in 49:22 Minuten den Sieg in der W35 nicht nehmen, die mit über zwei Minuten Vorsprung vor Mária Danecková deutlich ausfiel.