Tagessiege für Lennart und Simone vor der Burg Nanstein

Mit Lennart Nies und Simone Raatz setzten sich beim Nanstein-Berglauf in Landstuhl die Favoriten durch und signalisierten beim zweiten der fünf angesetzten Wertungsläufen ihre Ambitionen für die Gesamtwertung des Pfälzer Berglauf-Pokals 2026

Mit 28. Austragungen ist der Nanstein-Berglauf in Landstuhl der „jüngste“ Lauf der heuer fünf Läufe umfassenden Pfälzer Berglauf-Pokal, der einmal mehr durch die Pfalzwerke und den Laufladen Kaiserslautern in treuer Verbundenheit unterstützt wird. Und gilt trotz des knackigen Anstiegs zur weithin sichtbaren Burgruine Nanstein als der „leichteste“ im Quintett. Als „dienstältester“ Berglauf fungiert der Potzberg-Berglauf von Gimsbach zum Potzberg mit 41 Auflagen, ehe mit dem Finale zur Kalmit noch ein fordernder Straßenberglauf ansteht.

Doch Schluss mit der Kategorisierung, denn durch die Einbindung der Pfalzmeisterschaften durfte das Team des LLC Landstuhl mit Lucas Bambach und Alexander Barnsteiner nicht nur mit der Resonanz mit 220 Finishern durchaus zufrieden sein, sondern auch die sportliche Bilanz mit spannenden Zweikämpfen hinter den letztlich klar dominierenden Lennart Nies und Simone Raatz stimmte. Es wäre freilich müßig aufzuzählen, wer nicht am Start erschienen war, letztlich ist es aber jedermanns Sache, die Saisonplanung nach persönlich gesetzten Höhepunkten zu strukturieren. Die beiden Tagessieger jedenfalls sind inmitten einer stressigen Frühjahrs-Laufsaison und haben dennoch den Weg nach Landstuhl genommen.

Am Beispiel Lennart Nies wird deutlich, dass ein Pfalztitel im Berglauf ein gewisses Gewicht hat, schließlich ist der Neu-Vierziger vor Wochenfrist Zweiter beim Bienwald-Marathon in Kandel geworden (und dabei auch den Pfalztitel im Marathon gewann) und plant am kommenden Sonntag einen Start bei den Deutschen Halbmarathon-Meisterschaften in Frankfurt. Auch Simone Raatz wird in Frankfurt am Start sein, als Neu-Fünfzigerin gilt sie als erste Meisteranwärterin in ihrer neuen Altersklasse. Und dies bevor sie in der Folgewoche den Frozen Lake Marathon auf dem Tisleifjorden in Norwegen laufen wird. Also ein stattliches Programm für die Spitzenreiter in der Sickingerstadt, die den Berglauf auf Naturboden und dem eher wellenförmigem Anstieg über 7,1 km und 350 Höhenmetern als gute Tempospritze für die anstehenden Herausforderungen annahmen.

„Ich wollte nichts riskieren“, gestand Lennart Nies, vor zwei Wochen beim Pokal-Auftakt am Donnersberg hinter dem Streckenrekord laufenden Leander Fink Zweiter, nach seinem Start-Ziel-Sieg. „Ich wußte, dass Marcel nicht weit hinter mir war, deshalb habe ich von Beginn an Gas gegeben. Obwohl mir damit klar war, dass es im Schlussanstieg doch ziemlich zähl werden würde!!“ Und im Rückblick auf seinen Marathon in Kandel zeigte er sich mit seiner Endzeit von 2:24:32 nicht komplett zufrieden. „Schade, dass mein Begleiter Tim (Könnel, d. Red.) schon bei Kilometer 18 aussteigen musste. Ich hätte mir schon eine Zeit wie der Sieger Tobias Gröbl von 2:23:47 vorgestellt…!“ Es gibt für Lennart aber auch noch andere Ziele, denn das Pfalzmeisterschafts-Triple reizt ihn auf jeden Fall: Nach den Siegen über Marathon und Berglauf möchte er nun auch noch 10 km-Meister werden, diese Titelkämpfe stehen allerdings bereits in der direkten Folge nach der DM-Halbmarathon am 28. März in Eisenberg an. Ein wahrlich taffes Programm!

Mit 26:36 Minuten gelang Lennart Nies jedoch beim Nanstein-Berglauf ein eindrucksvoller Sieg vor seinem Teamkollegen vom TV Maikammer, der vierzig Sekunden dahinter über die Ziellinie im Burghof einlief. Damit war natürlich der Doppelsieg für das starke Berglaufteam perfekt, im Team (hier wurde eine weibliche Starterin neben zwei Männern gewertet) gewann der TV Maikammer vor dem LC Donnersberg.

Hinter dem ungefährdet auf Platz drei einlaufenden Johannes Ullrich setzte sich der M45-Sieger Ramon Bernardon in 28:56 knapp gegen den jungen Biathleten Tobias Reichert vom Team Saarland durch. Mit Matthes Wendorf stellte sich übrigens ein weiteres Biathlontalent aus dem Saarland vor, der 16jährige wurde im Gesamteinlauf Zwölfter in 30:14 Minuten und war damit schnellster Jugendlicher vor dem ein Jahr älteren, inzwischen Berglauf erfahrenen Bjarne Hörter vom TuS Framersheim.

Lennart Nies führt damit auch die Pfälzer Berglauf-Pokal-Zwischenwertung mit 587,60 Punkten vor Marcel Job (564,82), Christoph Eisenbeiß (523,43) und Tom Heuer (5:17,61) an.

Bei den Frauen setzte sich zum dritten Mal nach 2021 und 2022 mit Simone Raatz die sechsmalige Pfalz-Pokal-Siegerin durch und bekräftigte damit ihre Anwartschaft auf den siebten Gesamtsieg der nicht nur in der Pfalz beliebten Berglaufserie. Mit 504,43 Punkten liegt die Karlsruherin im Trikot des ASC Darmstadt nach zwei Wertungsläufen deutlich vor Natascha Hartl (479,20), Katharina Dietz (466,14) und Marion Raab (449,89).

So souverän wie Simone mit 31:03 Minuten den Tagessieg holte, war auch Natascha Hartl, inzwischen von der LG Rülzheim zum TV Alzey Laufteam gewechselt, als erste Verfolgerin in 32:34 Minuten ungefährdet – musste aber erkennen, dass ihr neuer Verein nicht für die Pfalz-Meisterschaften wertungsberechtigt war. So wurde die drittplatzierte Katharina Dietz im Trikot des LC Donnersberg in ihrer ersten Berglauf-Saison nach 33:18 Minuten vor Marion Raab (2. W50/ 33:35) Pfalzmeisterin. Gesamtfünfte und Pfalzdritte wurde mit Sarah Schmitt eine weitere Vertreterin des TV Maikammer gefolgt von der W40-Siegerin Eva Herbold