Spektakel in Laufschuhen und mit Tourenskiern von Bozen bis zum Rittner Horn: Die Südtiroler Andres Reiterer und Annelise Felderer gewinnen erneut die Einzelwertung
Das Spektakel der Horn Attacke stand einmal mehr ganz im Zeichen bekannter Gesichter. Die siebte Ausgabe des beliebten Südtiroler Duathlons feierte erneut zwei zeitlose Champions: Andreas Reiterer und Annelise Felderer, die an einem spektakulären Wettkampftag mit frühlingshaften Temperaturen und atemberaubenden Ausblicken triumphierten. Der Startschuss für die 20 Kilometer lange Strecke fiel um 9 Uhr in der Zwölfmalgreienstraße im Zentrum von Bozen – traditionell begleitet vom Applaus des Publikums. Das große Teilnehmerfeld, bestehend aus Einzelathleten und Staffelläufern, verabschiedete sich schnell aus dem Stadtzentrum und nahm die erste anspruchsvolle Steigung in Richtung Oberbozen in Angriff.
Die Strecke galt als anspruchsvoll, und bereits im ersten Teil der 13,4 Kilometer langen Laufstrecke entwickelte sich ein spannendes Duell an der Spitze zwischen zwei Andreas: Reiterer und Innerebner. Die beiden Südtiroler setzten sich früh vom restlichen Feld ab und wurden beim Durchgang in Oberbozen von zahlreichen Zuschauern am Streckenrand begeistert empfangen. In Tann, kurz vor den letzten Kilometern des Trailrunning-Abschnitts, versuchte Reiterer seinen Verfolger abzuschütteln, doch Innerebner blieb im gleichen Rhythmus und hielt den Kontakt.
In der Wechselzone in Pemmern wurden die Laufschuhe rasch gegen Tourenski mit Fellen getauscht, um die letzten 6,5 Kilometer auf Schnee bis zum Gipfel des Rittner Horns zu bewältigen. Von dort an baute der Athlet des Teams La Sportiva seinen Vorsprung weiter aus und überquerte schließlich mit etwas mehr als 20 Sekunden Vorsprung auf Innerebner die Ziellinie. Für den Athleten aus Hafling ist es bereits der vierte Sieg – ein Ergebnis, das ihm ein breites Lächeln ins Gesicht zaubert: „Es war ein sehr hartes Rennen mit Andreas. Ich wusste, dass er in Topform ist, deshalb habe ich schon im Laufabschnitt versucht, mich abzusetzen. Am Ende hat es auf den Skiern geklappt, das war wirklich etwas Besonderes“, erklärte 34jährige Andreas Reiterer. Andreas Innerebner musste sich erneut mit einem starken zweiten Platz zufriedengeben und den Traum vom ersten Sieg noch einmal verschieben. Den dritten Platz belegte der Deutsche Johannes Wingenfeld, der mit einigen Minuten Rückstand auf das Führungsduo ins Ziel kam.
Die Wege durch unberührte Natur und die anschließenden verschneiten Pisten brachten einmal mehr die unermüdliche Annelise Felderer zum Strahlen. Die „Königin der Horn Attacke“, die noch keine Ausgabe verpasst hat, setzte von Beginn an ein hohes Tempo und ließ der Konkurrenz bis zu den 2.230 Metern Höhe des Rittner Horns keine Chance. Dort sicherte sich die 49jäjhrige ihren sechsten Sieg: „Es war schwierig, vielleicht bin ich sogar etwas zu schnell gestartet, aber ich habe das Rennen bis zum Schluss genossen. Wieder zu gewinnen ist etwas Besonderes, und ich hoffe, dass ich das noch einmal schaffen kann!“ Die Silbermedaille ging an die Österreicherin Sarah Keuschnig vor Tanja Plaikner, die nach 2024 erneut einen Podestplatz erreichte.
Wenn der erste Sieg bei der Horn Attacke bereits darin besteht, das Ziel zu erreichen, dann ist der Erfolg der zahlreichen „Bergsteiger“ doppelt beeindruckend. Mit der Skitourenausrüstung auf dem Rücken von Bozen bis Pemmern stellten die Teilnehmer der dem unvergessenen Organisationsmitglied Ulli Seebacher gewidmeten Kategorie ihre außergewöhnliche Kraft und Ausdauer unter Beweis. Lokalmatador Patrick Gross setzte sich zum dritten Mal in Folge durch. Bei den Frauen durfte sich Kristel Mottin freuen, die bereits zu Beginn die Favoritin Priska Gasser hinter sich ließ.
Auch die Staffelbewerbe sorgten für Spannung. Den Sieg bei den Männerstaffeln holten sich Samuel Demetz und Matthäus Berger in 2:04:13. Den Erfolg bei den Frauenstaffeln sicherten sich Edeltraud Thaler und Heidi Dapunt, während in der Mixed-Kategorie Patrick Prantl und Elisabeth Kofler triumphierten.
Die siebte Ausgabe der Horn Attacke erwies sich erneut als voller Erfolg. Ein Event, das die Region und die Begeisterung der Menschen verbindet, wie Organisationschef Günther Plattner betonte: „Es war ein wunderschöner Tag. Wir sind alle sehr zufrieden, vor allem die Athletinnen und Athleten – und das ist das Wichtigste“.