Neues Rennformat und überraschende Sieger beim IATF

Beim adidas Innsbruck Alpine Trailrun Festival gab es mit 9000 Anmeldungen aus 82 Nationen eine neue Rekordmarke, überraschende Sieger beim mit 30.000 Euro dotierten neuen Rennformat und prominente Sieger bei den Trail-Ultradistanzen. Charakteristische Merkmale einer außergewöhnlichen Veranstaltung in der elften Auflage.

Mit seinem alpin-urbanen Charakter hat sich Innsbruck vier Tage lang in das pulsierende Zentrum der Trailrunning-Community verwandelt. In 13 Wettbewerben, auf anspruchsvollen alpinen Strecken, bei urbanem Flair und einer bemerkenswerten Premiere mit einem gut dotierten Verfolgungsrennen gab es außergewöhnliche Höchstleistungen und unvergessliche Momente für alle Teilnehmer und Zuschauer. Und vor allem für die Organisation um den Laufwerkstatt-Chef Alexander Pittl, der 500 Mitarbeitende aus zwanzig Vereinen in 1000 Schichten bei dieser Großveranstaltung ins Schwitzen brachte.

„Der Zuspruch zum adidas Innsbruck Alpine Trailrun Festival ist überwältigend. Die Stimmung einfach phänomenal. Was wir an diesem Wochenende erlebt haben, war weit mehr als ein Sportevent – es war ein echtes Festival der Emotionen, der Leidenschaft und des Miteinanders. Die Energie auf den Trails, das Strahlen der Finisher im Zielbereich und die Begeisterung, die in der ganzen Stadt zu spüren war, zeigen eindrucksvoll, wie sehr Trailrunning Menschen bewegt – im wahrsten Sinne des Wortes“, so Alexander Pittl zum Abschluss des Großevents in Innsbruck. Die Berglauf- und Trailmetropole gilt nicht zuletzt nach der exzellente WM 2023 und dem zu den ganz Großen in Europa zählenden IATF als das Mekka der Szene, die inzwischen eine bemerkenswerte Dichte an internationalen Profis beherbergt.

Pünktlich um Mitternacht zum Samstag fielen auf dem Vorplatz des Tiroler Landestheaters die Startschüsse für die beiden Königsdistanzen „Masters of Innsbruck“ (K110) und „Heart of the Alps Ultra“ (K85). Der in Innsbruck lebende 35jährige Deutsche Christian Pecher gewann überraschend bei seiner Ultrapremiere den K110 über 111,2 km und 5.480 m nach 11:35:43 Stunden vor dem ebenfalls in Innsbruck „stationierten“ Deutschen Benedikt Putz (11:44:17), bei den Frauen die Tirolerin Alina Daxböcl (12:52:00). „Vor so einer Zuschauerkulisse zu gewinnen ist einmalig“, jubelte Christian im Ziel. Aus dem Zillertal stammt Andreas Rieder, der mit großem Vorsprung auf den Deutschen Patrick Kühn (8:35:53) mit 7:59:27 Stunden den K85 über 85,5 km und 8.380 Höhenmeter gewinnen konnte. Schnellste Läuferin war die Slowakin Andrea Vlasakova (9:44:22). Auch beim K65 („Panorama Ultra Trail“) dominierten gleich vier deutsche Läufer: Sven Koch gewann nach 5:18:21 Stunden vor Simon Krammig (5:53:35), Marcel Geissler (5:54:20) und Moritz Dammann (6:08:28). Schnellste Frau war die Norwegerin Nora Serres nach 6:35:48, gefolgt von der Münchenerin Severine Petersen (6:50:39).

Auch bei den Starts in Mutters waren die deutschen Starter zumeist überlegen. Beim K42 wurde der für den LC Donnersberg startende Max Rahm hinter dem Franzosen Hugo Deck Zweiter, schnellste Frau war Maren Hamm. Während die Französin Holly Page beim K35 vorne lag, gab es bei den Männern einen deutschen Doppelsieg durch Johannes Wingenfeld und Dominik Hohenleitner. Als K25-Sieger durften Michael Potthoff und Nadine Hübel feiern.

Die Tücken eines Trail-Events musste Ruth Gitonga erfahren, die nach ihrem Sieg beim Vertical (7,4 km/ HD 1330 m) als Führende in der Pole Position lag, sich verlief und final als Vierte außerhalb der lukrativen Prämien einkam. „Lachende“ Siegerin wurde mit einer zweifellos großartigen Vorstellung Hanna Gröber, die hinter Ruth Vertical-Zweite vor Laura Hottenrott wurde und sich final plötzlich in Führung nach 2:15:42 Stunden sah. Die Tirolerin Anna Plattner (2:21:53) und die Niederländerin Renee Cardinaals (2:26:05) wurden Zweite und Dritte, Ruth Gitonga kassierte als Vierte 1250 Euro anstelle der Siegerprämie von 7000. Fünfte im spannenden Trail Hunt wurde Madlen Kapelen, die sich hierzulande längst zu einer Topläuferin gemausert hat.

Auch Richard Omaya Atuya, Tagessieger beim Vertical vor Ephantus Njeri und Daniel Pattis, ereilte das Missgeschick als Führender beim Trail Hunt und sah sich plötzlich im Ziel als Dritter hinter dem Südtiroler Pattis (1:50:26) und Njeri (1:52:07) in 1:52:50 wieder. Classic-Weltmeister Philemon Ombogo Kiriago spielte als jeweils Vierter keine Rolle. Eine starke Partie lieferte Manuel Innerhofer ab, der als Sechster beim Vertical eine gute Ausgangsposition für den Trail Hunt hatte und als Fünfter mehr als nur einen Achtungserfolg erreichte. Bester Deutscher war in diesem neuen Rennformat Julius Ott als Achter, nachdem er beim Vertical-Auftakt als Fünfter vor Dominik Notz und Tobias Ulbrich finishte, der allerdings nur eine Startberechtigung für die Offene Klasse erhielt. Auch Ultratrail-Ass Hannes Namberger ließ sich diese Premiere nicht entgehen, spielte aber als Zwölfter in 2:10:33 keine bedeutsame Rolle.